„Essbare Stadt“ wächst weiter

Zehn Jahre grüne Patenschaft in Völklingen

Oberbürgermeister Stephan Tautz (Mitte) und VHS-Direktor Lars Hüsslein (stehend) mit Mitarbeitern der Beruf Saar gGmbH (ZBB) und der VHS Völklingen am Beet vor der Wendalinus-Kapelle. (Bild: Stadt Völklingen)

Was vor zehn Jahren als Idee für mehr essbares Grün begann, ist heute ein Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung, ehrenamtliches Engagement und grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Die „Essbare Stadt“ ist auch in diesem Jahr an fünf Standorten in Völklingen präsent.

Vor dem Neuen Rathaus und auf dem Adolph-Kolping-Platz stehen Pflanzenpyramiden, in Ludweiler auf dem Friedrich-Ebert-Platz zwei Hochbeete. Vor der Wendalinus-Kapelle ergänzen ebenerdige Beete und Hochbeete das Stadtbild und laden zum Verweilen, Austauschen und Ernten ein. Kräuter-, Gemüse- und Naschpflanzen stehen dabei ausdrücklich allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung.

Getragen wird das Projekt von der Stadt Völklingen und dem Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH (ZBB) in Burbach. Kofinanziert wird es durch die Europäische Union im Rahmen des INTERREG-Programms InteGRaVert der Großregion. Grenzüberschreitender Partner ist das CCAS Sarreguemines. Beide Einrichtungen bringen ihre Erfahrungen im Bereich beruflicher und sozialer Integration in das Projekt ein.

„Die ‚Essbare Stadt‘ zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie Stadtgrün, Klimaanpassung und sozialer Zusammenhalt ganz konkret ineinandergreifen können“, sagt Oberbürgermeister Stephan Tautz. „Die Beete verschönern nicht nur das Stadtbild, sie schaffen Orte der Begegnung und machen Stadt als gemeinsamen Lebensraum unmittelbar erlebbar.“

In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Projekt stetig weiterentwickelt. Neben Kräutern und Gemüse kommen zunehmend klimaresiliente Pflanzen zum Einsatz, die besser mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen. Damit reagiert die „Essbare Stadt“ auf die Folgen des Klimawandels.

Eine besondere Bedeutung hat der Standort an der Wendalinus-Kapelle. Dort knüpft das Projekt an den historischen Pfarrgarten an, der bereits in den Gründungsjahren der Kapelle bestand. So verbindet sich heutige Nutzung mit der Geschichte des Ortes und schafft einen öffentlichen Raum für Natur, Begegnung und Gemeinschaft.

Die fachliche Abstimmung und Umsetzung erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Stadtgärtnerei. Auch die Volkshochschule Völklingen ist eingebunden. Darüber hinaus lebt das Projekt vom kontinuierlichen Engagement Ehrenamtlicher vor Ort.

„Solche Projekte funktionieren nur, weil sich Menschen dauerhaft einbringen und Verantwortung übernehmen“, betont Robert Müller, Vorsitzender des Fördervereins der Wendalinuskapelle. „Ein kleines, verlässliches Team sorgt dafür, dass die Anlagen gepflegt werden und das Projekt lebendig bleibt.“

Die „Essbare Stadt“ macht Nachhaltigkeit im Alltag sichtbar und zeigt, wie öffentliche Räume gemeinsam gestaltet werden können. Auch nach zehn Jahren lebt das Projekt von der Zusammenarbeit der Projektpartner, städtischen Akteure und ehrenamtlich Engagierten.