Stadt Völklingen

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Diskussion um Bau des Völklinger Schutzhafens im direkten Umfeld des UNESCO-Welterbes Völklinger Hütte: Lorig für Kompromisslösungen hinsichtlich des Geländes offen

06.10.2006  

110/2006

Weiterhin strebt Oberbürgermeister Klaus Lorig im Hinblick auf das Gelände für den geplanten und durch den Bund bereits zugesagten Schutzhafen an der Saar eine gemeinsame Lösung mit Berlin an. Eine weitere Verschiebung einer Entscheidung auf den „Sankt Nimmerleinstag“ sei unzumutbar, erklärte der Völklinger Oberbürgermeister, der in der vergangenen Woche im Bundesbauministerium in Berlin vorgesprochen hatte.

Lorig: „ Nach wie vor dränge ich auf eine Lösung für das Gelände, das sich im Besitz des Bundes befindet und sich in einem unzumutbaren Zustand befindet. Nach unseren erfolgreichen Bemühungen um eine Aufwertung des gesamten Bereiches, ist es an der Zeit, dass der Bund nun seinerseits die entsprechenden Schritte in die Wege leitet, dass wir in diesem Bereich zu einer gemeinsamen Lösung finden. Eine weitere Verzögerungstaktik und Abwartehaltung ist aus meiner Sicht unzumutbar und wird dem unmittelbaren Umfeld, auf dem sich das UNESCO-Welterbe Völklinger Hütte als wichtigstes touristisches Aushängeschild des Saarlandes befindet, in keiner Weise gerecht.“

Besonders verwies Lorig auf eigene Anstrengungen zur Aufwertung dieses Bereiches, die erfolgreich gewesen seien, aber nun durch die Untätigkeit Berlins konterkariert würden. „Es handelt sich bei dieser Fläche, für die der Bau eines Schutzhafens bereits im Jahre 2002 durch den damaligen Bundesbauminister zugesagt war, eben um eine Fläche des Bundes, für die dieser auch Verantwortung übernehmen muss. Es kann doch wohl nicht so sein, dass sich der Bund hier in unserer Stadt durch eine Vogel-Strauss-Politik aus der Verantwortung zieht. Die derzeitige Diskussion um das UNESCO-Welterbe in Dresden sollte doch auch in Völklingen in dieser Hinsicht eine gewisse Sensibilität erwarten lassen.“

Verärgert ist der Oberbürgermeister vor allem deswegen, weil die Stadt Völklingen seinerzeit dem Ausbau der Saar zur Großschifffahrtsstraße zugestimmt und damit auch bestimmte Hoffnungen verbunden hatte. Der Völklinger Verwaltungschef: „Falls hier eine Lösung nicht kommt, braucht sich in Berlin niemand darüber zu wundern, dass unsere Bürgerinnen und Bürger an der Verlässlichkeit von Politik überhaupt zu zweifeln beginnen. Eine weitere Nichttätigkeit des Bundes wäre aus Sicht unserer Bürgerinnen und Bürger in der Tat ein Schelmenstück.“

Seit dem Planfeststellungsbeschluss zu einem Bau- und Schutzhafen aus dem Jahr 2002 liegt der Bereich des ehemaligen Schleusenkanals in Völklingen in unmittelbarer Nähe zum UNESCO-Welterbe Völklinger Hütte im tiefen Dornröschenschlaf. Die ehemaligen Schleusenwärterhäuser verfallen mehr und mehr zu Bauruinen. Das Gelände droht zu einem Schandfleck an diesen städtebaulich bedeutsamen Stadteingangsbereich vor der Silhouette des UNESCO-Welterbes zu verkommen.

Scharf kritisierte Lorig die Bundestagsabgeordnete Elke Ferner, die eine Vorfinanzierung durch die Stadt und das Land in die Diskussion gebracht hatte. Lorig: “Für die seit Jahren defizitäre Stadt Völklingen ist eine solche Diskussion bar jeden Realitätsbezuges und damit Unsinn. Und dies weiß auch Frau Ferner ganz genau.“

Dennoch setzt der Völklinger Oberbürgermeister weiterhin auf eine gemeinsame Lösung mit dem Bund: „Ich setze auf die Einsicht in Berlin, dass eine Lösung jetzt mit allen Beteiligten einvernehmlich und mit allen Mitteln im Sinne der Sache gesucht werden muss.“