Stadt Völklingen

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Stadt Völklingen finanziert in diesem Jahr Grabungen im „Alten Brühl“ – Oberbürgermeister vor Ort

13.07.2006  

66/2006

Die siebente Ausgrabungskampagne auf dem Grabungsgelände an der ehemaligen Martinskirche „Im alten Brühl“ hat begonnen. Oberbürgermeister Klaus Lorig informierte sich bei einem Termin vor Ort über die Grabungen an diesem für die Stadtgeschichte wichtigen Ort. Die diesjährigen Grabungen werden von der Stadt Völklingen mit 20.000 Euro finanziert.

 

Unter der Grabungsleitung von Ines Berwanger und der Grabungsassistenz von Constanze Schiene werden die Arbeiten auch in diesem Jahr wieder durch Projektteilnehmer des Diakonischen Werkes durchgeführt. Die Arbeiten werden bis zum 31. August 2006 durchgeführt.

 

Zur Zeit liegen die Grabungsschwerpunkte im Bereich der „Südlichen Erweiterung“ der mittelalterlichen Kirche und der Fläche rund um den zugehörigen Rechteckchor. Hier wurden bereits im Vorjahr intensive Untersuchungen durchgeführt, die in dieser Kampagne abgeschlossen werden sollen.

 

Im Bereich der „Südlichen Erweiterung“ wurden die sogennannten „Wöchnerinnenbestattungen“ von Völklingen entdeckt. Es handelt sich hierbei um Gräber, die ursprünglich südlich des ersten mittelalterlichen Langhauses der Kirche im Außenbereich lagen. Durch weiteren Erdabtrag konnte im Verlaufe der jetzigen Kampagne bereits geklärt werden, dass in dem bis jetzt geöffneten Grabungsbereich keine weiteren Bestattungen mehr liegen. Zur Zeit befinden sich die Skelette dieser Bestattungen (Wöchnerinnen und andere Skelette aus deren Umgebung) an der Uni Mainz zur weiteren Untersuchung durch die dortigen Anthropologen.

 

Im Schnitt zwischen den Südmauern des mittelalterlichen Rechteckchores und des barocken, trapezoiden Chores wurden die Schichten zum Teil bereits bis auf die alluvialen Schotterterrassen abgetieft, die keine menschlichen Eingriffe mehr zeigen. Somit wurden auch hier alle Gräber erfasst, dokumentiert und geborgen.

 

In der Fläche des „Südlichen Querarmes“ von 1883 werden zur Zeit weitere Gräber aus dem ehemaligen Außenbereich der Kirche freigelegt. Mit diesen Gräbern befinden wir uns in einer Zeit vor 1737 (teilweise wurden die Gräber beim Bau der barocken Chormauer „geschnitten“).

 

Neben den Ausgrabungsarbeiten wurde eine Auflistung der noch offenen, bauhistorischen Fragen zu den verschiedenen Bauphasen der Kirche erarbeitet. Sie soll als Grundlage für die weitere, wissenschaftliche Arbeit dienen.